Montag, 20. Januar 2014

Illusionen des Körpers von Gracie Hagen


Welche Auswirkungen Ihre Körperstruktur darauf hat, wie Sie wirken, wurde in diesem Blog ja bereits einige Male angesprochen. Und da es einer der Schwerpunkte meiner Arbeit ist, wird es wohl auch noch einige Male vorkommen. Dieser Beitrag ist so ein Fall :-)

Im Internet bin ich auf ein Projekt der Künstlerin Gracie Hagen gestoßen. Hagen zeigt in Ihrer Bilderserie jeweils eine Person in gänzlich unterschiedlichen Haltungen. Links jeweils eine Haltung, die sie mit dem gleichsetzt was wir medial häufig als Perfektion präsentiert bekommen und rechts davon dieselbe Person in einer Köperhaltung, die alles andere als Vollkommen daherkommt.

Interessant ist das Projekt aus mehreren Gründen. Zum einen zeigt es, dass wir scheinbar eine Körperhaltung, die eine offene und „lange“ Frontallinie aufweist als attraktiver wahrnehmen als eine in sich zusammengefallene Front. Auch wenn die positiven Bilder – ähnlich wie die der Werbeindustrie – überzeichnet sind, orientieren sie sich doch deutlich stärker an der sogenannten Zick-Zack-Linie während das „negative“ Bild rechts meist eine kollabierte Zick-Zack-Linie zeigt oder aber ein starkes Maß an Asymmetrie. Wenn Sie sich die Bilder anschauen, dann werden Sie sich recht eindeutig für eine Seite entscheiden, wenn Ihnen Ihr Gehirn blitzartig zu funkt was „attraktiv“ ist.

Screenshot www.graciehagen.com

Interessanterweise sehe  ich – wie viele Klienten wissen – zwei ähnlich unterschiedliche Bildpaare häufiger – und zwar vor und nach den ES-Sitzungen. (Natürlich sind meine Klienten nicht vollkommen nackt, wie in diesem Kunstprojekt) Der Unterschied: Gracie Hagen zeigt Haltungen, die für kurze Zeit von jedem eingenommen werden können. Ähnliche und vielleicht noch stärkere Wirkung hat aber die Körperstruktur. Die Anordnung Ihres Körpers, die Sie immer zeigen, auch wenn Sie gerade nicht für ein Foto posieren. Und das ist was ich auf meinen Bildern sehe – zwei Körperstrukturen, die sich nicht selten so unterscheiden wie die Bilder der Künstlerin Hagen. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Bilder gedreht werden müssten, denn die kollabierte Struktur auf dem rechten Bild ist bei mir meist das Vorher-Bild links und die aufgerichtete Struktur die auf dem Nachher-Bild rechts ;-)

Und das ist der zweite Grund warum das Projekt von Hagen für mich interessant ist: Während die Bilder meiner Klienten bis auf wenige freigegebene Ausnahmen streng vertraulich und geheim sind und selbst die freigegebenen Bilder in Deutschland nicht ohne weiteres für alles eingesetzt werden dürfen, kann ich Ihnen die Bilder dieser Künstlerin ohne Probleme zum Anschauen verlinken :)

Wenn Sie sich also demnächst wieder auf einem Foto oder im Spiegel entdecken und sich eher mit dem rechten Bild in Hagens Bilderserie identifizieren können… denken Sie dran, das kann man ändern ;-)



1 Kommentar: